Am Ball bleiben bei Vorhofflimmern und Schlaganfall: Therapietreue ist sehr wichtig

Pressemitteilung von Bayer Vital GmbH

Kategorie: Medizin/Gesundheit



Leverkusen, 21. März 2017 - Ein gesundes Herz schlägt etwa 60 bis 100 Mal pro Minute. Der Rhythmus, in dem es arbeitet, wird Sinusrhythmus genannt. Bei Menschen mit Vorhofflimmern, einer Herzrhythmusstörung, zieht sich das Herz über bis zu 400 Mal in der Minute zusammen, weil der Taktgeber des Herzens (Sinusknoten) in seiner Funktion gestört ist.(1) Vorhofflimmern wird Experten zufolge in den nächsten Jahren immer mehr Menschen in Deutschland betreffen. Der Grund dafür liegt in der demografischen Entwicklung. Bleibt die Herzrhythmusstörung unbehandelt, kann der Schlaganfall eine verheerende Folge sein.

Um das Schlaganfallrisiko zu reduzieren, werden bei nicht valvulärem Vorhofflimmern (ein Vorhofflimmern, das nicht auf eine Fehlfunktion der Herzklappen zurückzuführen ist) gerinnungshemmende Medikamente eingesetzt. Sie bieten guten Schutz - wenn sie regelmäßig eingenommen werden. Wie eine Studie jedoch zeigte, ist Therapietreue der zu behandelnden Patienten mit Vorhofflimmern ein großes Problem: Bis zu 58 Prozent der Patienten nehmen ihre Medikamente unregelmäßig ein.(2) Ein guter Grund, die Therapietreue - passend zum Motto "Am Ball bleiben" - in den Mittelpunkt der Jahrespressekonferenz* von "Rote Karte dem Schlaganfall" zu stellen.

Volkskrankheit Vorhofflimmern

"Beim Vorhofflimmern werden circa 400 Impulse pro Minute in den Herzvorhöfen gebildet. So schnell kann kein menschliches Herz arbeiten. Es schafft maximal 180 bis 200 Schläge pro Minute", erklärte PD Dr. Friedhelm Späh, HELIOS Klinikum Krefeld, anlässlich der Pressekonferenz. Durch die hohe Impulsrate können sich die Vorhöfe nicht mehr rhythmisch zusammenziehen. Das Blut wird nicht ausreichend gemischt, wodurch die Gefahr besteht, dass sich Blutgerinnsel bilden.

"Bereits ein Gerinnsel in der Größe eines Stecknadelkopfes kann dafür sorgen, dass eine Gehirnhälfte komplett ausfällt", beschrieb der Kardiologe. Um die Gerinnselbildung zu vermeiden, ist die Behandlung mit gerinnungshemmenden Medikamenten meist unumgänglich. "Zur Therapie des nicht valvulären Vorhofflimmerns stehen neben den Vitamin-K-Antagonisten auch die Nicht-Vitamin-K-abhängigen oralen Antikoagulantien, kurz NOAKs, zur Verfügung, die zunehmend den Vorzug bekommen", so Späh.

Therapie(un)treue - eine Folge der Arzt-Patienten-Beziehung?

Wo könnten die Ursachen dafür liegen, dass über die Hälfte der Menschen mit Vorhofflimmern ihr blutverdünnendes Medikament nicht regelmäßig einnimmt? Dieser Frage ging PD Dr. Späh nach: "Ein ganz entscheidender Punkt ist das Gespräch von Mensch zu Mensch mit dem Patienten. Es ist wichtig, den Patienten in die Entscheidungsfindung einzubeziehen und ihn über mögliche Vor- und Nachteile aufzuklären. Je besser der Patient informiert ist, desto größer ist die Chance, ihn bei der Therapie zu halten."

Der Experte plädierte dafür, den Patienten immer wieder zur regelmäßigen Tabletteneinnahme zu ermutigen. Wichtig sei dabei auch, ihm Wertschätzung und Akzeptanz zu vermitteln. Daneben verwies Späh auf die Bedeutung einer einfachen Therapie: "Viele Untersuchungen zeigen, dass die Medikamenteneinnahme einfach sein muss. Es ist besser, eine Tablette täglich zu nehmen, als zwei. Die Chance, dass eine Tablette eingenommen wird, liegt bei über 76 Prozent. Die Chance für die tägliche Einnahme von zwei Tabletten nur noch knapp bei über 50 Prozent."(3) Der Kardiologe resümierte, dass Therapietreue tatsächlich einen enormen Einfluss auf den Behandlungserfolg habe und das müsse den Patienten verdeutlicht werden.

Therapietreue durch klassische Konditionierung?

Das Konzept der klassischen Konditionierung nach Pawlow zeigt, wie ein Ton (zum Beispiel einer Stimmgabel oder eines Glöckchens) mit der Futtergabe so kombiniert wird, dass jedes Mal, wenn der Ton erklingt, bei dem Hund der Speichelfluss einsetzt - unabhängig davon, ob der Hund Futter erhält oder nicht. Um herauszufinden, ob dieses Prinzip auch auf die regelmäßige Medikamenteneinnahme übertragen werden kann, ließ Bayer eine FORSA-Umfrage durchführen. Vom 6. bis 14. Februar 2017 wurden 1.002 Menschen in der Altersklasse 60+ dazu befragt, ob und was sie jeden Morgen zum Frühstück trinken.

Die Umfrage zeigte, dass 98 Prozent der befragten Männer und Frauen jeden Morgen ein Getränk zu sich nehmen. 75 Prozent trinken Kaffee, während weitere 20 Prozent Tee bevorzugen. Auf Basis dieser Ergebnisse ermutigte Späh dazu, mit dem morgendlichen Kaffee- oder Teetrinken die klassische Konditionierung zu üben: "Der Kaffee ist, wie der Klingelton im Pawlow-Experiment, das Schlüsselsignal. In dem Moment, in dem der Geruch in die Nase steigt, erinnert sich der Patient an seine Tablette, die er einnehmen muss. Wenn dieser Prozess trainiert und selbstverständlich wird, kann die Tabletteneinnahme am Morgen eigentlich nicht mehr vergessen werden."

Aufklärung als Chance

"Das größte Problem in der Medizin ist wohl der Patient selbst. Es ist der Patient, der vielleicht nicht weiß oder versteht, warum der Arzt eine bestimmte Therapie verordnet hat", legte Erhard Hackler, Rechtsanwalt und geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga e.V., dar. "Mangelnde Persistenz und Adhärenz sind die größten Verschwender im Gesundheitssystem. 19 Milliarden Euro könnten in Deutschland eingespart werden, würden alle Patienten ihre Medikamente ordnungsgemäß einnehmen", verdeutlichte Hackler.(4) Aus diesem Grund ist "der emanzipierte und gut informierte Patient eines der Hauptziele der Deutschen Seniorenliga e.V. Wir möchten Lebensqualität im Sinne des Mottos "Gesünder länger leben" oder "Gesünder länger zuhause leben" erhalten und weiterentwickeln", so Hackler. Dem Experten zufolge betreibt die Deutsche Seniorenliga e.V. über Broschüren und ein umfangreiches Online-Angebot Patientenempowerment, um Adhärenz (Therapietreue) - unter anderem durch Information - zu steigern. Aufklärungsarbeit soll den Patienten auch motivieren, rechtzeitig zum Arzt zu gehen, damit zeitnah eine Diagnose gestellt werden kann. Denn, so Hackler: "Durch Verbesserung der primären Schlaganfallprävention bei Vorhofflimmern könnten etwa 9.400 Schlaganfälle pro Jahr verhindert werden".(5)

Informationen zu Schlaganfall und Vorhofflimmern

Die von Bayer initiierte Aufklärungskampagne "Rote Karte dem Schlaganfall" bietet

gemeinsam mit den Partnern Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe und Deutsche

Sporthochschule Köln zahlreiche Infomaterialien rund um die Erkrankungen.

Die Therapietreue wird insbesondere in der Broschüre "Am Ball bleiben bei Vorhofflimmern - Mit der Erkrankung leben" thematisiert. Sie kann kostenfrei bestellt werden:

-infomaterial@rote-karte-dem-schlaganfall.de

-Rote Karte dem Schlaganfall/ Bayer

Postfach 10 03 61

47703 Krefeld

 

Ihr Ansprechpartner:

Helmut Schäfers, Tel. +49 214 30-58308, Fax: +49 214 30-58270

E-Mail: helmut.schaefers@bayer.com

Mehr Informationen unter presse.bayer.de

hs (2017-0074)

 

Zukunftsgerichtete Aussagen

Diese Presseinformation kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung von Bayer beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die Bayer in veröffentlichten Berichten beschrieben hat. Diese Berichte stehen auf der Bayer-Webseite www.bayer.de zur Verfügung. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

 

Quellen:

* Pressekonferenz "Am Ball bleiben bei Vorhofflimmern mit "Rote Karte dem Schlaganfall" - die von Bayer initiierte Aufklärungskampagne startet ins sechste Jahr", 8. März 2017, BayArena, Leverkusen

(1) Kip et al., Weißbuch "Schlaganfallprävention bei Vorhofflimmern", Thieme Verlag, 2015

(2) Rodriguez et al., J Thromb Heamost 2013; 11:390-394

(3) Coleman et al., Curr Med Res Opin. 2012; 28:669-80

(4) IMS Institue for Healthcare Informatics 2013

(5) Versorgungsreport Schlaganfall. Chancen für mehr Gesundheit, DAK Gesundheit 2014

 

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