"Brandgefahr am heimischen Herd" - Verbraucherinformation der ERGO Versicherung

Pressemitteilung von ERGO Versicherung

Kategorie: Bauen und Wohnen



Der Herd stellt in der heimischen Küche die größte Brandgefahr dar: Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit - und schon entwickelt sich eine kleine Flamme zu einem Wohnungsbrand. Was beim Kochen zu beachten und im Unglücksfall zu tun ist, erklärt Rolf Mertens, Versicherungsexperte der ERGO.

 

Kochen gehört für die meisten Menschen zum Alltag. Dass es gefährlich sein kann, daran denken die wenigsten. Aber: Die meisten Haushaltsbrände entstehen in der Küche. Vor allem Fettbrände können schnell eine verheerende Wirkung haben. Viele Gerichte wie beispielsweise ein saftiges Steak oder ein zartes Stück Lachs werden in heißem Öl oder Fett angebraten. Wenn aufgrund von zu großer Hitze plötzlich Flammen aus der Pfanne züngeln, reagieren die meisten Menschen falsch. Der ERGO Experte Rolf Mertens warnt: "Wer Wasser in brennendes Öl oder Fett gießt, kann eine Fettexplosion auslösen, die schlimmstenfalls die ganze Wohnung in Brand setzt und schwere Verletzungen verursacht." Der Grund: Wasser ist schwerer als Öl. Es sinkt daher in das Fett ein, wo es schlagartig verdunstet. Ein Liter Wasser verwandelt sich so blitzschnell in bis zu 1.700 Liter heißen Wasserdampf. Das brennende Öl wird hochgeschleudert und explodiert. Nicht selten breitet sich der Brand von der Küche in die anderen Zimmer aus.

 

Was im Brandfall hilft

Sind die Flammen noch klein, reicht meist ein Deckel, um sie in der Pfanne oder dem Topf zu ersticken. "Anschließend sollten die Bewohner den Herd abschalten und die Pfanne oder den Topf mit einem Topflappen von der heißen Platte ziehen", empfiehlt Rolf Mertens. Kommt es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Brand, ist es hilfreich, eine Löschdecke in der Küche griffbereit zu haben. Auch spezielle Fettbrandlöscher können helfen. Die darin enthaltenen Löschmittel bilden eine Art Absperrung zwischen Luft und Öl. Damit fehlt dem Feuer Sauerstoff, die Flammen ersticken. Hat sich das Feuer bereits ausgebreitet oder erreichen die Flammen beispielsweise schon die Dunstabzugshaube, gilt: schnellstens den Raum verlassen, die Tür schließen und die Feuerwehr rufen. Wichtig: "Vor allem die Rauchentwicklung kann bei einem Brand gefährlich sein und zu einer Rauchvergiftung und zur Bewusstlosigkeit führen. Daher sollten in Schlafzimmer, Wohnzimmer und Flur unbedingt Rauchmelder installiert sein", rät der ERGO Experte. Ab Januar 2017 gilt für alle Neu- und umfangreiche Umbauten deutschlandweit eine Rauchmelderpflicht. Für bestehende Gebäude gibt es Übergangsfristen, die von Bundesland zu Bundesland variieren. Eine Übersicht über die unterschiedlichen Fristen finden Verbraucher zum Beispiel unter www.rauchmelder-lebensretter.de.

 

Vorbeugende Maßnahmen zum Brandschutz

Damit Flammen erst gar nicht entstehen, sollte der Koch den Herd immer im Auge behalten. Wer die Küche verlässt - selbst für eine kurze Zeit - sollte die aktiven Herdplatten ausschalten. Brandschutz fängt aber schon viel früher an: nämlich mit einer aufgeräumten Küche. Geschirrtücher oder Verpackungen sollten nie in der Nähe des Herdes liegen, die Kochplatten nicht zugestellt sein. "Wichtig ist auch, die Dunstabzugshaube hin und wieder zu reinigen", betont der ERGO Experte. "Im Filter sammeln sich Fettablagerungen, die leicht Feuer fangen können." Deshalb sollten Hobbyköche gerade unter Dunstabzugshauben keinesfalls flambieren. Und wer eine Fritteuse nutzt, sollte das Fett öfters wechseln, weil frisches Öl nicht so leicht brennt.

 

Defekte Geräte als Gefahrenquelle

Nicht nur Unachtsamkeit am Herd kann Brände verursachen. Häufig sind technische Defekte oder schadhafte Leitungen an den Elektrogeräten die Ursache von Wohnungsbränden. "Aus diesem Grund ist es ratsam, Geräte wie Toaster, Bügeleisen oder Spülmaschinen während des Betriebs nicht unbeaufsichtigt zu lassen", rät Rolf Mertens. Denn ein kleiner Schwelbrand kann sich durchschnittlich innerhalb von neun Minuten zu einem richtigen Feuer entwickeln. Empfehlenswert ist es daher, die Geräte gleich nach der Nutzung auszuschalten. Wer auf Nummer sicher gehen will, zieht den Stecker - zumindest, wenn er gut erreichbar ist. Bei kaputten Geräten gilt: nicht selbst Hand anlegen, sondern vom Fachmann reparieren lassen.

 

Versicherungsschutz für alle Fälle

"Weil trotz aller Vorsicht doch mal ein Unglück geschehen kann, ist eine passende Vorsorge unverzichtbar", betont der ERGO Experte. "Mieter sind mit einer Hausratversicherung gut beraten. Damit sind alle Schäden versichert, die in ihrer Wohnung bei einem Feuer entstehen. Eigentümer brauchen zusätzlich eine Wohngebäudeversicherung für den Fall, dass ein Feuer ihr Haus beschädigt." Doch Vorsicht: Wer zum Beispiel eine Pfanne voll Fett auf dem eingeschalteten Herd vergisst, die Küche verlässt und damit einen Brand auslöst, setzt seinen Versicherungsschutz unter Umständen aufs Spiel.

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