Marshall-Plan mit Afrika - bbw liefert Beispiel für die erfolgreiche Schaffung von Arbeitsplätzen in Tunesien

Pressemitteilung von Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft e. V.

Kategorie: Bildung/Beruf



München, 07. März 2017: Seit 2012 unterstützt das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft (bbw) die junge Demokratie in Tunesien dabei, neue Berufsbilder einzuführen und so die Nachfrage nach gut ausgebildetem Personal zu decken. Als entscheidender Erfolgsfaktor hat sich die Einführung dualer Bildungsstrukturen gemeinsam mit deutschen und tunesischen Unternehmen erwiesen. Noch bis Ende 2018 läuft das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanzierte Projekt "Berufsbildungspartnerschaft Tunesien", das neben Sousse nun auch die strukturschwache Region um Siliana einbezieht.

Nach der Jasmin-Revolution im Jahr 2011 hatte die Bundesregierung beschlossen, in Tunesien aktiv zu werden - unter anderem mit der Ausbildungs- und Beschäftigungsoffensive "Beschäftigungspakt Tunesien". Das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft wurde 2012 vom Auswärtigen Amt mit der Durchführung eines Bildungsprojekts beauftragt. Mittlerweile wurden bereits vier Projekte umgesetzt - eines davon mit den bayerischen Automobilzulieferern Leoni und Dräxlmeier in Kooperation mit tunesischen Berufsschulen. Dabei wurde das neue Berufsbild "Instandhaltung Mechatronik" als duale Ausbildung konzipiert und die bereits bestehende Ausbildungsrichtung "Spritzgusstechnik" an duale Strukturen angepasst. Ein zweites, ähnliches Projekt wurde mit dem Unternehmen Marquardt durchgeführt.

Da die Verknüpfung zwischen schulischer und betrieblicher Ausbildung in Tunesien nach wie vor unzureichend ist und die Qualifikationen der Berufsschulabsolventen oft nicht den Anforderungen der Unternehmen entsprechen, wird die flächendeckende Einführung dualer Bildungsstrukturen nach deutschem Standard weiter forciert. Dazu gehört z. B. die durchgehende Ausbildung in einem Betrieb. Üblich ist bislang, dass die Berufsschulen ihre Schüler als Praktikanten in unterschiedliche Betriebe schicken. Viele brechen durch diese geringe Bindung an ein Unternehmen ihre Ausbildung ab. Nach dem Vorbild deutscher Unternehmen, die in Tunesien produzieren und ihre Auszubildenden während der ganzen Ausbildung betrieblich betreuen, haben tunesische Unternehmen ihr System umgestellt. Auch bei der Entwicklung für die Region passender Berufsbilder und verbindlicher Ausbildungspläne hat sich die langjährige Erfahrung der Bildungsexpertinnen und -experten aus Bayern ausgezahlt.

"An intelligentem Nachwuchs mit großen handwerklichen Fähigkeiten mangelt es in Tunesien nicht. Doch das tunesische Bildungssystem ist sehr verschult und die Ausbildung in technischen Berufen ist praxisfern. Die bbw-Projekte haben gezeigt, dass sich das ändern lässt", kommentiert Volker Falch, Bereichsleiter International im Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft, die Erfahrungen der letzten Jahre.

Aufgrund der guten Erfolge richten inzwischen auch mehrere tunesische Unternehmen ihre Ausbildung an deutschen Standards aus. Zurzeit absolvieren 129 Mechatronik-Azubis überwiegend in bayerischen Tochterunternehmen in Tunesien eine Lehre. 19 haben ihre Ausbildung bereits erfolgreich abgeschlossen.

Auch Schulungen für potenzielle Multiplikatoren sind fester Bestandteil der bbw-Projekte: Über 100 tunesische Ausbilder und Berufsschullehrer haben bereits daran teilgenommen, um Auszubildende mit Erfolg auf den Beruf vorzubereiten.

bbw-Hauptgeschäftsführerin Anna Engel-Köhler begrüßt es, dass in Tunesien Nachwuchskräfte zunehmend nach internationalen Standards ausgebildet werden: "Tunesien ist ein attraktiver, stabiler und produktiver Investitionsstandort, an dem derzeit rund 250 deutsche Unternehmen mehr als 55.000 Menschen beschäftigen. Gut ausgebildetes Personal ist der Schlüssel zum Erfolg."

Nach der erfolgreichen Einführung neuer Berufsbilder und Methoden im Rahmen des "Beschäftigungspakts Tunesien" holte sich das BMZ im Januar 2016 die Expertinnen und Experten des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft für die dreijährige "Berufsbildungspartnerschaft Tunesien" ins Boot. Ein wichtiger Bestandteil ist der Aufbau eines Zertifizierungssystems für den betrieblichen Ausbildungsteil in Tunesien. Damit soll mehr Transparenz und Vergleichbarkeit im Ausbildungssystem geschaffen werden.

Die bisherigen Erfahrungen werden dabei auf weitere Berufsbilder und auf die strukturschwache Region um Siliana ausgeweitet.

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