Migränepiercing & Piercingpunktur.. Was ist das überhaupt?

Migränepiercing wird zu Piercingpunktur

30.11.2016

Kategorie: Medizin/Gesundheit


Ursprünglich wurde dieses Piercing allgemein als Migränepiercing bezeichnet. Dabei handelt es sich um ein im allgemeinen Sprachgebrauch verwendeten Begriff, der ein Piercing beschreibt welches, ähnlich der klassischen Akupunktur, an einem speziellen Punkt im Ohr platziert wird, um eine Linderung der Migräne zu erreichen.

Ursprung:

Der konkrete Ursprung dieses Piercings ist heute nicht mehr zurück zu verfolgen. Bereits aus dem Jahre 1997 sind Einzelfälle bekannt, bei denen Personen davon berichteten, dass sie nach dem Stechen des so. Daith Piercing kaum noch bzw. keine Migräne mehr hatten. Ein Zusammenhang wurde hier aber zunächst noch nicht hergestellt. Erst in den Jahren 2014-2015 tauchten vermehrt Berichte und Artikel aus den USA auf, in denen beschrieben wurde, dass das so genannte Daith Piercing gegen Migräne helfen kann. Grund hierfür soll eine gezielte Platzierung des Piercings am in der Akupunktur genannten „0-Punkt“ sein.

Rahmenbedingungen in Deutschland

Im Jahre 2015 fielen diese Artikel Steve Pierce, einem Piercer aus Stuttgart, in die Hände.

Als erster Piercer in Europa überhaupt nahm er sich dieser Thematik an und versuchte in einigen Versuchen diese Theorien zu überprüfen.

Die ersten Versuche zeigten bereits positive Ergebnisse, die zu diesem Zeitpunkt auch für Steve Pierce unerwartet waren. Auf Basis dieser positiven Ergebnisse begann er, sich näher mit der Thematik auseinander zu setzen.

Die ersten Monate beschäftigte er sich grundsätzlich zunächst einmal mit dem Thema Migräne.

Es galt viele grundlegende Fragen zu klären.

- Bei welcher Art von Kopfschmerz und/oder Migräne hilft es überhaupt?

- Welche Seite muss gestochen werden?

- Bei wem oder Wochen Krankheiten sollte man nicht stechen?

- Was gilt es vorab zum Krankheitsbild des Kunden zu wissen?

- Was sollte oder kann nach dem Stechen passiert?

- Wie finde ich überhaupt den richtigen Punkt?

- uvm.

Ein einfaches 'drauf los stechen' kann zur folgen haben das es überhaupt keinen Erfolg hat.

Nachdem diese Fragen in Zusammenarbeit mit einem Arzt abgeklärt waren wurden weiter Testpiercings gestochen.

Zunächst wurde der 0-Punkt nur ungefähr auf Basis von Grafiken zur Lokalisierung des Punktes durchstochen. Die Ergebnisse waren zwar gut aber noch nicht optimal. Es gab jedoch weitere und immer mehr positive Erfolgserlebnisse, die Steve Pierce weiter motivierten.

Der Durchbruch gelang ihm, indem er die Elektroakupunktur und das Piercen kombinierte.

Mit einem Elektroakupunkturgerät wurde jetzt zunächst der 0-Punkt genau ausgemessen und dieser ausgemessene Punkt wurde anschliessend gezielt gepierct.

Seitdem der 0-Punkt vor dem Stechen genau ausgemessen wurde, waren die Erfolge kaum noch von der Hand zu weisen. Steve Pierce begann damit seine Erfahrungen zu publizieren, in speziellen Online Communitys zu teilen, andere Piercer zu unterrichten und versuchte Ärzte zu gewinnen, um die bereits erlangten Erkenntnisse, in wissenschaftlichen Studien zu festigen und zu dokumentieren.

Auf Grund der unglaublich positiven Ergebnisse und der vielen positiven Berichte der Kunden geriet das Thema „Migräne Piercing“ unter Steve Pierce sehr schnell zu einem beliebten Thema in den Medien. Binnen weniger Wochen war dieses Thema in vielen TV-, Online-, Radio- und Printmedien vertreten. Vermehrt begannen andere Studios erfolgreich, dieses Verfahren zu kopieren und konnten ebenfalls bemerkenswerte Ergebnisse erzielen.

Diese mediale Aufmerksamkeit hatte aber nicht nur positive Auswirkungen. Bereits wenige Tage nach diesen TV Berichten bildeten sich Gruppen aus Kritikern, die dieses Verfahren als „Placebo“, „Geldmacherei“ oder „Humbug“ abtaten. Es mehrten sich Anfeindungen, überwiegend aus Kreisen der Pharmaindustrie.. Zum Beispiel wurde aus dem Umkreis von Schmerzkliniken bemängelt, dass diesem Verfahren keinerlei wissenschaftliche Belegbarkeit zu Grunde liegt. Dieses Argument war begründet, da zu diesem Zeitpunkt ausschließlich die positiven Erfahrungen der Kunden vorlagen. Diese haben als persönliche Meinung von Privatpersonen keine Gültigkeit für wissenschaftliche Erhebungen.. Die Wirksamkeit fachlich und wissenschaftlich fundiert zu belegen und zu dokumentieren war das angestrebte Ziel der oben bereits erwähnten angedachten Studie.

Da Steve Pierce selber kein ausgebildeter Mediziner ist, konnte er die vielen positiven Ergebnisse weder erklären noch belegen. Genau dies war allerdings auch der Grund weshalb er auf der Suche nach einem Mediziner war, der ihm half zu erforschen, weshalb die Piercings sich so positiv auf Migräne auswirkten. Viele Mediziner diskutierten offen über dieses Thema. Viele Kunden, die durch unterschiedlichste Piercer die „Migräne Piercings“ erhalten hatten und eine deutliche Linderung ihrer Migräne Symptome erfahren durften, waren von der Wirksamkeit der Piercings überzeugt und wünschten sich eine medizinische Untersuchung dieser einfachen alternativen Möglichkeit zur klassischen schulmedizinischen Behandlung mit Schmerzmitteln.

Nach einer monatelangen medialen Schlammschlacht und einer immer größer werdenden Aufmerksamkeit zu diesem Thema wurden diese einfachen Piercings einigen Institutionen offensichtlich zu gefährlich . Man sah seine finanziellen Gewinne schwinden und die Gefahr dass sich diese Thema weiter ausbreitet und sich noch mehr Piercer mit diesem Thema beschäftigen, wurde zu groß. Man versuchte diese Idee im Keim zu ersticken. Da eine Effektivität dieses Verfahrens nicht mehr von der Hand zu weisen war, gab es für diese Institutionen nur noch eine Möglichkeit: Man nutzte die juristischen Möglichkeiten in vollem Maße aus.

Letzten Endes versuchte man die gesamte Bewegung durch eine Unterlassungserklärung zu unterbinden. Da Steve Pierce weder Arzt noch Heilpraktiker ist, sei es ihm, laut deutschem Heilpraktikergesetz, weder erlaubt zu heilen noch zu lindern. Alleine die Bezeichnung „Migräne Piercing“ könne eine Heilung suggerieren. Dies Wiederrum stelle aber einen Verstoß gegen das Heilpraktikergesetz dar. Durch diese Unterlassungserklärung wurde Steve Pierce faktisch die Verwendung dieser Begrifflichkeit zu Werbezwecken untersagt. Er dürfe lediglich weiter Piercings zu ästhetischen Zwecken stechen. Diese dürfe aber nicht zum Zwecke einer Heilung oder Linderung geschehen.

Steve Piere erfand und prägte daraufhin die Begrifflichkeit „Piercingpunktur“. Dieser Begriff wird abgleitet von dem altlateinischen „punktura“- durchstechen. Hierbei handelt es sich lediglich um eine modische und ästhetische Art des Piercens bei der die Örtlichkeit der „zu durchstechenden Stelle“ konkret definiert ist.. Der Begriff „Daith Piercing“ ist leider zu ungenau und es könnte sich hier um unterschiedlichste Punkte handeln.. Deshalb definiert die Begrifflichkeit „eine Piercingpunktur am 0-Punkt“ oder „Piercingpunktur am Allergiepunkt“ lediglich die konkrete Örtlichkeit, an welcher der Kunde sein ästhetisches Piercing platziert haben möchte.

Es wird ausdrücklich keine Linderung oder Heilung irgendwelcher Krankheiten versprochen. Es handelt sich hier lediglich um einen modischen Trend bei welchem gezielt zuvor ausgemessene Punkte durchstochen werden. Diese Punkte sind angelehnt an die klassische TCM, woher auch die Bezeichnungen entnommen werden. Es wird ausdrücklich von Kunden gewünscht, dass diese Örtlichkeiten gezielt zu ästhetischen Zwecken durchstochen wird. Das Piercen dieser Punkte hat keinerlei medizinische oder heilende Hintergründe.

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