Organisatorische Umstrukturierungen vor ERP-Einführung unterschätzt

hightech marketing e. K.

24.11.2016

Kategorie: IT


Wie eine Befragung der MQ result consulting AG unter Mitgliedern des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) ergibt, unterschätzen Unternehmen die Notwendigkeit organisatorischer Umstrukturierungen im Vorfeld der Einführung eines neuen ERP-Systems. Wie die aktuelle Studie "ERP-Nutzenbenchmark im Maschinen- und Anlagenbau" zeigt, würden die Unternehmen im Nachhinein aufgrund der gewonnen Erfahrungen deutlichere Veränderungen an Strukturen und Prozessen einleiten.

Genau 31,25 Prozent der Befragten geben an, dass sie vor der ERP-Einführung überhaupt keine Umstrukturierung ihrer Organisation durchgeführt haben; ganze 87,5 Prozent betrachten die Intensität der Veränderungen eher als gering. Später, mit den Erfahrungen aus der ERP-Einführung, würden 12,5 Prozent sehr umfangreich umstrukturieren; insgesamt würden 62,5 Prozent der Teilnehmer vor der ERP-Einführung intensive Veränderungen an Strukturen und Prozessen vornehmen. "Offensichtlich sind Unternehmen im Vorfeld eines ERP-Projektes bestrebt, so schnell wie möglich mit der eigentlichen Einführung des neuen ERP-Systems zu beginnen", sagt Professor Dr. Reiner Martin, Aufsichtsratsvorsitzender von MQ result consulting. "Entweder erkennen sie die Notwendigkeit organisatorischer Bereinigungen nicht - oder sie unterlassen die Umstrukturierung aus anderen Gründen. Dies erweist sich im Nachhinein als Hindernis auf dem Weg zu höherer Produktivität." Im Vorfeld einer Einführung lassen sich notwendige Veränderungsmaßnahmen mit der gebotenen Sorgfalt einleiten und umsetzen. Unter dem Druck der zahlreichen Aufgaben eines bereits laufenden Einführungsprojektes müssen notwendige Anpassungen ad hoc getroffen werden. Darunter leidet die Maßnahmenqualität und das Einführungsprojekt wird gefährdet.

Maßnahmen vor der ERP-Einführung

Die Experten von MQ result consulting empfehlen daher bereits vor einem Einführungsprojekt eine umfassende Analyse nach ihrer Methodik: Vor der Einführung neuer Software werden alle Potenziale der Geschäftsprozesse systematisch erfasst. Dabei werden notwendige Veränderungen an Abläufen wie Strukturen aufgezeigt. Verbesserungen, die noch vor dem Start einer ERP-Einführung durchgeführt werden müssen, werden in der Kategorie "Umsetzungszeitpunkt" mit "sofort" gekennzeichnet.

Häufig gehört zu diesen Sofortmaßnahmen die Überprüfung, Bereinigung und Konsolidierung der vorhandenen Datenbestände. Oft muss eine Grundstruktur der Kostenstellen, Kostenarten und Kostenträger geschaffen oder angepasst werden. Artikelstämme sollten ergänzt und aktualisiert werden, Arbeitsplätze sind realitätskonform zu beschreiben, insbesondere hinsichtlich Kapazitätsangebot und Kostensätzen. Arbeitspläne müssen mit adäquatem Detaillierungsgrad und realistischen Vorgabezeiten angelegt werden. Lieferanten-Teiledaten müssen aktuelle Preise und korrekte Lieferzeiten enthalten.

Schließlich wird durch eine detaillierte Potenzialanalyse das Ergebnis einer Software-Einführung messbar. Hier werden die Ziele definiert, die schließlich zu echten Produktivitätsverbesserungen führen sollen.

 

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