Videojournalistin Sarah Modrow erhält den Caritas-Journalistenpreis

Pressemitteilung von Caritas in Baden-Württemberg

Kategorie: Marketing und Werbung



Stuttgart / Freiburg, 20. Januar - Die Preisträger des 28. Caritas-Journalistenpreises stehen fest:

Der mit 3.000 Euro dotierte erste Preis geht an die Videojournalistin Sarah Modrow für ihren Film "Es gibt immer einen Weg - Mein Leben mit Beatmung", der auf der Internet-Plattform youtube zu sehen ist. Er erzählt von der Enddreißigerin Maria-Christina Hallwachs, die seit über 20 Jahren im Rollstuhl sitzt und nur mit Hilfe eines elektrischen Zwerchfell-Stimulators atmen kann. Trotz Einschränkungen führt sie ein glückliches Leben und gibt damit anderen Menschen, die in einer ähnlichen Lage wie sie sind, Mut und Lebensfreude. Die beiden zweiten Preise mit jeweils 1.500 Euro erhalten Andrea Beer für ihr SWR2-Hörfunk-Feature "Mascha und Werner. Zwei Leben - Zwei Zeiten" über das Leben von zwei Menschen mit Behinderung früher und heute sowie Elisabeth Hussendörfer für ihre in der Zeitschrift "Brigitte woman" veröffentlichte Reportage "Mein neuer Mitbewohner" über eine Wohngemeinschaft mit einem Flüchtling. Eine "Lobende Erwähnung" bekommt Assata Frauhammer für den Beitrag "Ich denke oft über Geld nach" über Kinderarmut in Deutschland, der in der Stuttgarter Kinderzeitung erschienen ist.

Der Caritas-Journalistenpreis Baden-Württemberg wird von den beiden Caritasverbänden für die Erzdiözese Freiburg und der Diözese Rottenburg-Stuttgart vergeben. Mit der Auszeichnung würdigen die beiden katholischen Wohlfahrtsverbände im Land Autorinnen und Autoren für herausragende publizistische Beiträge aus dem sozialen Bereich. Für den 28. Caritas-Journalistenpreis lagen insgesamt 95 Wettbewerbsbeiträge aus Presse, Hörfunk, Fernsehen und Online-Medien vor, aus denen eine unabhängige Jury die Preisträger ermittelte. Die Verleihung der Preise erfolgt am 8. Februar 2017 in Stuttgart im Rahmen der Jahresauftaktveranstaltung der Caritas in Baden-Württemberg.

Die Begründung der Jury:

Der Film "Es gibt immer einen Weg" über Maria-Christina Hallwachs, die seit über 20 Jahren im Rollstuhl sitzt und nur mit Hilfe eines elektrischen Zwerchfell-Stimulators atmen kann, ist ein starkes Plädoyer für den Wert und die Würde des Lebens trotz massiver Einschränkungen und Handicaps. Nach einem schrecklichen Bade-Unfall während der Ferien auf Kreta erhält die damals junge Abiturientin die Diagnose, dass sie querschnittsgelähmt ist und zeitlebens nicht mehr aus eigener Kraft atmen kann. Die junge Frau erzählt freimütig vor der Kamera: Die Ärzte sind sich nicht sicher, ob sich ihr Leben überhaupt noch lohnt. Doch Maria-Christina Hallwachs gibt nicht auf. Nach 15 Monaten wird sie aus der Klinik entlassen und richtet sich nach und nach in ihrem anderen Leben ein - nicht resigniert und verzweifelt, sondern mit Lebensmut und Zuversicht. Der Videojournalistin Sarah Modrow, die die Web-TV-Redaktion der Diözese Rottenburg-Stuttgart leitet, ist ein realistischer und gerade deshalb atmosphärisch sehr dichter Film gelungen, der vor allem durch die gewinnende Offenheit der Protagonistin Maria-Christina Hallwachs beeindruckt. Unspektakulär und ohne Mitleidheischerei erzählt der 20-minütige Film ihre Geschichte, gewährt intimen Einblick in ihren Alltag inklusive interessanter Informationen über modernste technische Unterstützungssysteme. Behutsam und nachhaltig vermittelt er Hoffnung und Mut, sich neue Lebensperspektiven zu erschließen - widrigen äußeren Umständen zum Trotz. Damit leistet der Film, der auf dem youtube-Kanal der Diözese Rottenburg-Stuttgart zu sehen ist, außerhalb gängiger Fernsehstrukturen auf eindrucksvolle Weise das, was Maria-Christina Hallwachs vor der Kamera so ins Wort bringt: "Andern Menschen Mut geben - vielleicht ist das jetzt meine Aufgabe im Leben". Das filmisch gekonnt und menschlich ansprechend umgesetzt zu haben, ist Sarah Modrow in herausragender Weise gelungen. Rund 18.000 Aufrufe seit der Veröffentlichung Ende August 2016 und zahlreiche Kommentare unterstreichen das.

Das Feature "Mascha und Werner. Zwei Leben - zwei Zeiten" ist ein informatives und zugleich berührendes Radio-Stück über das Leben von zwei Menschen mit Behinderung gestern und heute. Mascha und Werner sind sich beide ihrer Behinderung bewusst und erheben selbstbewusst den Anspruch, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Doch das Leben der beiden könnte nicht unterschiedlicher verlaufen. Werner lebt seit 80 Jahren in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung auf der schwäbischen Alb und entkam nur knapp der sogenannten "Euthanasie" im "Dritten Reich". Mascha, die mit ihrer Familie aus Kasachstan kam, ist gerade 33 geworden und erwartet ein Kind. Wählen gehen oder mit Nichtbehinderten zusammen arbeiten - all das ist für sie selbstverständlich. Werners Leben hingegen war bis ins Erwachsenenleben hinein geprägt von Verboten und Vorschriften. An eine Freundschaft oder gar Beziehung zu einem Mädchen durfte er nicht einmal denken. Das Wahlrecht oder gesetzlichen Anspruch auf Lohn bekam er erst Mitte der 1970er Jahre zugestanden. Mehr als zehn Jahre hat die Autorin Andrea Beer Werner begleitet und fast vier Jahre mit Mascha verbracht. Da ist viel Vertrauen und Nähe gewachsen, die in dem Radio-Feature rüberkommen und ihm eine wundervolle atmosphärische Tiefe verleihen. Andrea Beer nimmt die Protagonisten ernst, lässt sie ausführlich zu Wort kommen und bricht gerade dadurch gängige Klischees über Selbstbestimmung und Teilhabe von behinderten Menschen auf. Meisterhaft verschränkt sie zudem die Ebenen unterschiedlicher Zeitläufte und zeigt damit, was sich in Sachen Inklusion inzwischen gewandelt hat. Das faszinierende Hörstück erzeugt eine bildhafte Geschichte im Kopf des Hörers, lässt Werner und Mascha so lebendig werden, dass man ihnen gerne einmal selbst begegnen möchte. Intensive Recherche, fundierte Sachinformationen und eine sehr gelungene Darstellung machen das Feature zu einem herausragenden, preiswürdigen Beitrag.

Es ist das Jahr 2015. Zehntausende Menschen kommen auf der Flucht vor Krieg, Gewalt, Not und Elend nach Deutschland. Sie suchen hier Sicherheit und Schutz. Aber die schiere Zahl der Geflüchteten stellt Politik und Behörden vor große Herausforderungen: Wo und wie sollen diese Menschen, die nichts außer ein paar wenige Habseligkeiten haben, untergebracht und versorgt, ja mehr noch: integriert werden? Bei aller Anstrengung von Staat und öffentlicher Verwaltung sind in dieser Ausnahmesituation Bürgerengagement und Sozialcourage gefragt. Gebraucht werden Menschen, die andere Menschen aufnehmen und ihnen Heimat geben. Die Reportage "Mein neuer Mitbewohner" von Elisabeth Hussendörfer erzählt von der 70-jährigen Elisabeth Wolf in Denzlingen, einem Städtchen in der Nähe von Freiburg. Sie lebt allein in einer Doppelhaushälfte und entschließt sich zu einer "WG" mit einem Flüchtling, nachdem sie in der Zeitung gelesen hat, dass Wohnraum für Asylbewerber gesucht werde. Sie nimmt den 26-jährigen Vishnu in ihrem Haus auf, der vor dem Bürgerkrieg in seiner Heimat Sri Lanka geflohen ist. Die Geschichte dieser ungewöhnlichen WG erzählt Elisabeth Hussendörfer auf eine Art und Weise, die sehr sympathisch für Bürgerengagement und Sozialcourage in diesen Zeiten wirbt. Sie tut das nicht mit hehren Appellen und übertriebener Gefühlsduselei, sondern schildert unprätentiös, aber sehr ansprechend, was Elisabeth Wolf dazu bewogen hat, ihr Haus für einen "Fremden" zu öffnen, und wie das Miteinander zweier Menschen, die unterschiedlichen Generationen und Kulturen angehören, in der Alltäglichkeit funktioniert. Damit gelingt ihr ein herausragendes Plädoyer für die Selbstverständlichkeit, mit der jede(r) in außergewöhnlichen Situationen dort helfen kann, wo Hilfe nötig und möglich ist. Dieses Plädoyer in der Zeitschrift "Brigitte woman" zu finden, die ihre Schwerpunkte mehr auf Mode-, Kosmetik- und Servicethemen legt, ist bemerkenswert.

Armut in Deutschland? Ein Topthema? Und das auch noch für Kinder? Klare Antwort: Ja! Das Thema ist aktuell, auch wenn es nicht täglich in den Nachrichten auftaucht. Und: Was Armut bedeutet und dass es arme Menschen in einem reichen Land wie Deutschland gibt, lässt sich auch Kindern vermitteln. Man muss es nur so aufbereiten, dass das Thema für Kinder interessant wird (diese Regel gilt übrigens auch für erwachsene Leser). Mit ihrem sechsseitigen "Topthema" ist die Autorin Assata Frauhammer in der Stuttgarter Kinderzeitung dem Anspruch, für ihre Leser zu schreiben, in besonderer Weise gerecht geworden. Erfrischend in der Darstellung (sowohl Text als auch Illustration) wird das brennende Thema "Leben mit wenig Geld" auf die Lebenswirklichkeit von Kindern heruntergebrochen. Es wird vom 13-jährigen Ismael und seiner Familie erzählt, die sich nur das Nötigste leisten können; es gibt viele toll aufbereitete Sachinformationen über die Kinderarmut bei uns in Deutschland und ein für Kinder verständliches Interview mit dem Armutsforscher Christoph Butterwegge; ein spannendes Rätsel motiviert die Kinder dazu, sich mit der Frage zu beschäftigen, wie viel Geld der Staat zum Beispiel für Essen, Kleidung und Freizeit vorgesehen hat. Alles in allem gelingt es diesem Beitrag in besonderer Weise, gerade Kinder für das Thema Armut zu sensibilisieren. Das verdient eine "Lobende Erwähnung", zumal der Beitrag von Assata Frauhammer auch deutlich macht, dass eine (Kinder)Zeitung nicht nur Unterhaltungswert haben sollte, sondern ebenso einen Bildungsauftrag wahrnimmt

 

Kontakt

Caritas in Baden-Württemberg

Eva-Maria Bolay

Strombergstr. 11

70188 Stuttgart

0711/2633-1288

bolay@caritas-dicvrs.de

www.caritas-rottenburg-stuttgart.de

 

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