Von fehlgeleiteten und nicht bestellten Weihnachtspaketen

Pressemitteilung von ARAG SE

Kategorie: Politik & Wirtschaft



Etwa 2,8 Milliarden Pakete werden in Deutschland jedes Jahr verschickt. Die meisten in der Vorweihnachtszeit. Klar, dass es dabei schon mal zu Irrläufern kommt, man Ware erhält, die man eigentlich gar nicht bestellt hatte oder das ersehnte Paket beim Nachbarn abgegeben wurde, der auf Reisen geht. Die ARAG Experten informieren Verbraucher über ihre Rechte und Pflichten bei der Paketpost.

Wann kommt die Weihnachtspost noch an?

Zumindest die Deutsche Post verspricht, dass Weihnachtsbriefe, die bis zum 22.12.2016 eingeliefert werden, noch am Heiligen Abend ankommen. Auch am 23.12. verschickte Briefe und Weihnachtskarten kommen meist noch rechtzeitig zum Fest bei den Adressaten an - eine Garantie kann die Post dafür allerdings nicht mehr übernehmen. Ähnliche Daten gelten für Päckchen und Pakete, die noch rechtzeitig zur Bescherung ankommen sollen:

- Innnerhalb Deutschlands sollten Pakete spätestens am 22.12. aufgeben werden.

- Pakete in Nachbarländer sollten bis zum 16.12. bei der Post sein.

- Pakete in sonstige europäische Länder sollten bis zum 12.12. aufgegeben werden.

- Der Termin für Pakete außerhalb Europas war am 02.12..

Letztere könnten jetzt noch mit einem Sonderservice verschickt werden - das geht ein bisschen schneller, kostet aber auch einen Aufpreis.

Falsche Lieferung

Wenn der Paketbote vor der Tür steht und der älteren Dame an ihrer Haustür einen riesengroßen Karton bunter Bauklötze in die Hand drückt, den sie offensichtlich gar nicht bestellt hat, fragt man sich zu Recht: Was soll sie damit anfangen? Nach Auskunft von ARAG Experten kann der Verbraucher mit sogenannten "unbestellten Sachen" grundsätzlich machen, was er willl. Das bedeutet: Die alte Dame darf die Bauklötze stapeln, entsorgen oder an die Enkel verschenken - der Versender hat keinerlei Ansprüche gegen sie. Eine Ausnahme gibt es laut Gesetz allerdings von diesem Grundsatz: Handelt es sich bei der Sendung erkennbar um eine irrtümliche Lieferung, weil zum Beispiel die Nachbarin der alten Dame den gleichen Nachnamen und ein kleines Kind hat, ist sie verpflichtet, die Ware aufzubewahren und auf Aufforderung des Unternehmens herauszugeben.

Wo liefert man Irrläufer ab?

Nirgends. Die Seniorin aus unserem Beispiel darf im Fall einer irrtümlichen LIeferung vom Versender verlangen, die bunten Bauklötze bei ihr abzuholen. Und sie darf eine angemessene Frist einräumen. Rührt sich der Versender daraufhin nicht, darf sie das Kinderspielzeug wiederum verschenken, wegwerfen oder als Andenken behalten. Entscheidet sich die nette alte Dame, das Paket zur Post zu bringen, hat sie nach Auskunft der ARAG Experten Anspruch auf so genannten Aufwendungsersatz, also die Erstattung der Rücksendekosten.

Was kann der wartende Empfänger tun?

Bis zur Ablieferung eines Paketes ist das Transportunternehmen verantwortlich. Geht die Bestellung also auf dem Weg verloren oder landet irrtümlicherweise beim falschen Empfänger, muss der Versender mit dem Transporteur klären, wo das Paket geblieben ist. In diesem Fall müssen also die Eltern, die wahrscheinlich händeringend auf die Lieferung der Bauklötze warten, die Ware erst bezahlen, wenn sie eintrifft. Selbst wenn inzwischen die Rechnung kommt und auf Zahlungsfristen verweist. ARAG Experten weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass das gleiche für die Frist des Widerrufrechtes gilt: Sie beginnt erst dann, wenn die Bauklötze bei den Eltern angekommen sind und unter dem Weihnachtsbaum platziert werden können.

Der Nachbar als Paket-Sammler

Klar nimmt die nette alte Dame das Paket mit den Geschenken für ihre Nachbarn an. Dass die jungen Eltern eine Straße weiter wohnen, ist auch kein Problem - der Paketzusteller wirft ihnen eine Karte in den Briefkasten. Da stellt sich doch die Frage: Darf der Paketbote die Sendung so weit entfernt abgeben? Ja! Die meisten Paketdienste behalten sich in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen vor, Pakete beim Nachbarn abzugeben. Wie weit dieser entfernt wohnen darf, ist gesetzlich nicht definiert. Um dies zu verhindern, können Empfänger jedoch mit einer Vorausverfügung bestimmen, was mit Paketen passiert, die nicht zustellbar sind.

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