Heinz Sielmann Stiftung: Ostern bald ohne Feldhasen? Schöner Mythos - traurige Realität

Pressemitteilung von Heinz Sielmann Stiftung

Kategorie: Tiere, Natur & Umwelt



Wer mag sich schon Ostern ohne Hasen vorstellen? Wie kaum ein anderes Tier ist die mythische Figur des Hasen mit dem Osterfest verbunden. Doch um den echten Hasen, den Lepus europaeus, wie der Feldhase mit wissenschaftlichem Namen heißt, ist es weniger gut bestellt. "Meister Lampe" wird bundesweit immer seltener. In vielen Regionen steht das Wildtier sogar auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Die Situation der Feldhasen hat mit der Postkartenidylle unserer Osterhasen wenig gemein. Es gibt etliche Todesursachen für die scheuen Wildtiere: der zunehmende Straßenverkehr, dem Jahr für Jahr alleine 60.000 Feldhasen zum Opfer fallen, der Einsatz landwirtschaftlicher Maschinen, hinzu kommt der Anbau von Monokulturen. Die Nahrungsvielfalt für Feldhasen nimmt ab. Gleichzeitig steigt die Belastung seines Lebensraums beispielsweise durch Pflanzenschutzmittel.

+++ Bestände stagnieren auf niedrigem Niveau +++

Die Bestände des Feldhasen stagnieren auf einem besorgniserregend niedrigen Niveau. Vorsichtige Hochrechnungen besagen: In Deutschland leben derzeit rund 3 bis 3,5 Millionen Feldhasen. Auf 25 Bundesbürger kommt somit ein Hase. Bis zu rund 90% der neugeborenen Hasen, bei denen es sich um "Nestflüchter" handelt, überleben oftmals nicht. Anders als der Nachwuchs der Kaninchen, die so genannten "Nesthocker", verbringen die nachtaktiven Feldhasen ihre ersten Lebenswochen nicht geschützt in einer Höhle, sondern in einer flachen Erdmulde, der Sasse - auf Feldern oder auf freien Flächen. Dadurch, dass natürliche Landschaftsstrukturen wie Hecken, blühende Streifen an Feld- und Waldrändern oder Bachläufen, an denen sich die Jungtiere verstecken können, immer seltener werden, sind die neugeborenen Feldhasen auf den offenen Flächen eine leichte Beute für Marder, Krähen, Füchse oder Wildschweine.

Die Intensivierung der Landwirtschaft auf großen Flächen und die zunehmende Bebauung sorgen für einen weiteren Schwund der natürlichen Lebensräume und der Nahrungsgrundlage. In Parks und auf gepflegten Rasenflächen gibt es so gut wie keine Wildkräuter.

Positiver für die Feldhasen sieht es hingegen in den Naturlandschaften der Heinz Sielmann Stiftung aus. In der Döberitzer Heide zum Beispiel findet der Feldhase noch seinen idealen Lebensraum. Hier gibt es alles, was die Wildtiere zum Überleben benötigen: weite und offene Flächen mit vielen Wildkräutern und Blumen, Büschen und Hecken, in denen sich vor allem die Jungtiere gut verstecken können.

+++ Hecken für den Hasen +++

Die Zählungen von Feldhasen, bei denen Jäger und Wissenschaftler bundesweit im Durchschnitt auf rund 11 Feldhasen pro Quadratkilometer kommen, unterliegen regionalen Schwankungen, wie Monitoring-Daten zeigen. In Mecklenburg-Vorpommern wurden im Jahr 2015 nur etwa halb so viel Hasen gezählt wie bundesweit. In Baden-Württemberg waren Feldhasen vor vierzig Jahren noch weit verbreitet. In den vergangenen Jahrzehnten haben auch hier die Bestände stark abgenommen und sich dann auf einem niedrigen Niveau eingependelt. Seit 2013 geht der Trend noch weiter bergab. Daher plädiert die Heinz Sielmann Stiftung für mehr Strukturen innerhalb der Landschaft. Hecken aus einheimischen Pflanzen sind zum Beispiel ein wertvoller Schutz für Feldhasen und andere Tiere.

Mit dem Projekt "Hecken für den Hasen", welches in Zusammenarbeit mit dem UmweltZentrum Stockach, dem Pestalozzi Kinder- und Jugenddorf Wahlwies und weiteren Partnern am Bodensee entsteht, will die Heinz Sielmann Stiftung gemeinsam mit der Landwirtschaft zu einer Verbesserung der Situation für Feldhasen beitragen. Damit Feldhasen in der freien Landschaft mehr Deckung finden, soll nun eine rund 2 Kilometer lange, mehrreihige Feldhecke aus einheimischen Gehölzen neu angelegt werden. Auch bestehende junge Hecken sollen künftig gepflegt werden. Blühende Sträucher wie Hartriegel, Weißdorn, Pfaffenhütchen, Heckenrose, Feldahorn, Schneeball oder Schlehe sind eine wertvolle Bereicherung der Umwelt: für Hasen, wie für viele andere Tierarten und nicht zuletzt auch für den Menschen.

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